Tipps für erfolgreiche Unternehmensblogs

So gelingt der Start mit dem Unternehmensblog

Nicht nur wir bei helllicht tun es: Jedes zweite DAX30-Unternehmen führt laut der Studie Corporate Blogs 2014 von karrierebibel.de einen eigenen Unternehmensblog. Die Themen reichen dabei von Hintergrundinformation zum Unternehmen über Unternehmensnachrichten bis zu Branchennews.

Der zunehmende Trend zum professionellen Bloggen überrascht kaum: Content Marketing ist inzwischen auch für kleine und mittelständische Unternehmen eine wichtige Kommunikationssäule und natürlich macht es uns das Internet leicht, mit unseren Kunden, Geschäftspartnern oder zukünftigen Mitarbeitern in Kontakt zu treten.

Guter Content will geplant sein

Auf den ersten Blick scheinen Blogs eine dankbare Angelegenheit zu sein: Ist erstmal eine Site angelegt und ein passendes Design gefunden, muss das Konstrukt scheinbar nur regelmäßig mit Inhalten befüllt werden. Wenn es nur so einfach wäre!

Gerne unterschätzen Unternehmen den zeitlichen Aufwand, der für Themenfindung und -aufbereitung sowie die anschließende Textredaktion, Korrekturen sowie Freigaben benötigt wird. Landet die Aufgabe der Contenterstellung dann noch on top auf dem Schreibtisch der Sekretärin oder wird (scheinbar elegant) einem Praktikanten zugeschustert, ist das Desaster Unternehmensblog leider in vielen Fällen bereits vorprogrammiert.

Also Finger weg und lieber weiter wie bisher? Keineswegs. Wer bereit ist, ein bisschen mehr Aufwand im Vorfeld in Planung und Absprachen zu investieren, wird im Idealfall im Nachhinein mit einem flüssigen Worklflow und hoffentlich vielen interessierten Lesern belohnt.

Die folgenden sieben Fragen können helfen, Ihnen den Start zu erleichtern:

1) Was ist meine Zielsetzung?

Werden Sie möglichst konkret! Geht es darum, dass Sie und Ihre Mitarbeiter als Experten auf Ihrem Arbeitsgebiet wahrgenommen werden? Soll Ihr Unternehmen sympathischer, persönlicher auf Ihre (zukünftigen) Kunden erscheinen? Möchten Sie für potentielle Arbeitnehmer interessanter werden? Sollen Leser auf Ihre Dienstleistungen aufmerksam werden? Möchten Sie, dass Ihre Website im Internet besser gefunden wird?

2) Wer ist meine Zielgruppe?

Diese Antwort leitet sich in Teilen bereits aus der ersten Frage ab. Sagen Sie also nicht nur platt „für meine Kunden/Geschäftspartner…“. Versuchen Sie stattdessen, Ihre Adressaten vor Ihrem geistigen Auge zu entwickeln. Ist er männlich oder weiblich? Wie alt ist er? Was für einen Schulabschluss und welche Ausbildung hat er? Welche Position hat er derzeit in seinem Unternehmen? Was interessiert ihn privat und beruflich? Mit welchem konkretem Anliegen wendet er sich an Sie?

3) Welche Themen möchte ich in meinem Blog aufgreifen?

Den richtigen Themenmix zu finden und dauerhaft zu bedienen, ist nicht immer einfach. Keine Bange, auch große Corporate Blogs haben mit diesem Problem zu kämpfen. Suchen Sie sich zunächst ein Oberthema, unter dessen Dach Sie weitere Themenstränge unterordnen. Wenn Sie also einen Blog über Online Marketing starten möchten, sind passende Themen aktuelle Webtrends, Virals, Praxistipps, Interviews und Veranstaltungshinweise.

Die Balance ist dabei entscheidend: Wählen Sie Ihren Themenmix nicht zu eng, sonst gehen Ihnen eventuell schnell die Ideen für Artikel aus. Aber auch ein zu weit gefasstes Themendach ist ungünstig. Ihre Artikelauswahl wirkt dann schnell beliebig und Sie verlieren die Chance, Ihre Expertise in einem Kernthema zu demonstrieren.

4) Wer betreut und schreibt meinen Corporate Blog?

Ein Blog ist ein journalistisches Medium. Damit er funktioniert, also Leser anlockt und zum längeren Verweilen verleitet, muss in regelmäßigen Abständen qualitativ hochwertiger Content recherchiert und geschrieben werden. Sind Sie ein 1-Mann-Unternehmen, dann ist die Frage nach Redaktionsleiter und Autor hinfällig. Haben Sie aber schreibfreudige und talentierte Mitarbeiter, dann können Sie die Arbeitslast auf ein kleines, harmonierendes Redaktionsteam von 2–3 Personen verteilen.

Klären Sie vorab die Zuständigkeiten: Es ist empfehlenswert, dass bei einer Person am Schluss alle Fäden zusammenlaufen. Diese kümmert sich um die Einhaltung und Fortschreibung des Redaktionsplans, organisiert Redaktionssitzungen, übernimmt die Endredaktion und holt wenn nötig Freigaben ein.

5) Wie oft sollen Beiträge erscheinen?

Definieren Sie zusammen mit Ihrem Team von Beginn an konkrete Erscheinungszyklen. Bleiben Sie dabei aber realistisch: Zweimal pro Woche ist zuviel? Dann starten Sie doch mit einem Beitrag pro Woche, legen Sie den Montag als verbindlichen Tag für alle fest und wechseln Sie immer zwischen langen und kürzeren Beiträgen ab.

Je nach thematischer Ausrichtung Ihres Blogs lassen sich auch Beiträge auf Vorrat produzieren. Diese bilden dann einen Pool, aus dem Sie schöpfen können, wenn ungeplant etwas dazwischenkommt, Mitarbeiter erkranken oder sich partout kein aktuelles, spannendes Thema finden lässt.

6) Wie werden Themen geplant und Arbeiten verteilt?

Regelmäßige Redaktionssitzungen helfen Ihnen und Ihrem Team, nicht den Überblick zu verlieren. Dort werden aktuelle und zukünftige Beiträge besprochen, auf die Redakteure verteilt, terminiert und in einem Themenplan schriftlich fixiert. Dafür eignet sich ein zentral abgelegtes Tabellen-Dokument, auf das alle Redakteure stets zugreifen können.

Hilfreich sind die Spalten Veröffentlichungsdatum, Deadline für die Abgabe, Name des Artikels, ggf. mit kurzer Inhaltsangabe, Autor/Autorenteam, Bildmaterial, Partner und Status. Sie nutzen zusätzlich noch Facebook und Twitter oder bieten einen Newsletter an? Manche Themen können Sie zusätzlich auch über diese Kanäle streuen. Halten Sie auch das schriftlich fest.

Alternativ können Sie natürlich auch Organisations-Tools wie Trello zur Organisation Ihres Workflows empfehlen. Hier können Sie für jeden Artikel eine eigene Karte erstellen, Verantwortliche eintragen und To-do-Listen anlegen.

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7) Wer gibt die Texte frei?

Die ersten Texte sind geschrieben. Doch wer entscheidet, ob ein Blogpost in seiner Endform tatsächlich so erscheinen darf? Eine finale Freigabe ist wichtig, denn Ihre Mitarbeiter bloggen im Namen Ihres Unternehmens. Also stehen am Ende des Tages auch Sie und Ihr Unternehmen für das Ergebnis gerade!

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie oder ein Mitarbeiter Ihres Vertrauens alle Texte vor Veröffentlichung noch einmal gründlich prüfen und final freigeben. So sind nicht nur Sie, sondern auch Ihre Autoren auf der sicheren Seite.

Haben Ihnen unsere Anregungen weitergeholfen? Sind noch Fragen offen geblieben? Oder haben Sie bereits selbst Erfahrungen in der Welt der Corporate Blogs gemacht, von denen Sie uns berichten möchten? Wir sind gespannt auf Ihr Feedback!

Autor: Sabine Büchse
Erstellt: 01/09/2014